Der letzte Schrei in Sachen Superhelden-Mode...
Montag, 27. Oktober 2008
Fundstücke
Einige Kuriositäten, die ich während eines Aufenthalts in einem südlichen Urlaubsland gesichtet habe:

Donnerstag, 16. Oktober 2008
Freitag, 12. September 2008
What don't kill ya make ya more strong...
..brüllt James Hetfield in Broken, Beat and Scarred. Metallica melden sich mit Death Magnetic zurück, aber niemand weiß so richtig was ihn/sie erwartet. Als vor fünf Jahren, das von der Außenwelt völlig unverstandene St.Anger veröffentlicht wurde, verwandelte sich bei vielen Fans Euphorie in Frust und Enttäuschung. Zu schlecht produziert, stumpfe und übertriebene Härte, keine Soli - schlichtweg langweilig soll es gewesen sein. Hetfield und Co. mussten größtenteils harsche Kritik einstecken und mancher Fan griff doch lieber wieder zu den Über-Alben Ride The Lightning oder Master Of Puppets.
Umgebracht hat das Hetfield, Ulrich, Hammett und Trujillo allerdings nicht. Aber ist Death Magnetic auch tatsächlich stärker? Einfache Antwort: Ja! Metallica besinnen sich wieder auf alte Tugenden und trashen sich durch über eine Stunde Spielzeit, wobei auch hier und da das schwarze Album oder Load hereinschauen und etwas groove zur Death-Magnetic-Party mitbringen. Vielleicht für viele Fans das Wichtigste: Kirk Hammett spielt wieder Soli!

Umgebracht hat das Hetfield, Ulrich, Hammett und Trujillo allerdings nicht. Aber ist Death Magnetic auch tatsächlich stärker? Einfache Antwort: Ja! Metallica besinnen sich wieder auf alte Tugenden und trashen sich durch über eine Stunde Spielzeit, wobei auch hier und da das schwarze Album oder Load hereinschauen und etwas groove zur Death-Magnetic-Party mitbringen. Vielleicht für viele Fans das Wichtigste: Kirk Hammett spielt wieder Soli!

1. That Was Just Your Life
Hat mich sofort beim ersten Hören völlig umgehauen. Metallica beamen sich in die 80er zurück. Astreines Stück trash. [10/10]
2. The End of the Line
Lässt an Geschwindigkeit kaum nach, groovt teilweise lässig daher, schöner Refrain. Der ruhige Mittelteil ist absolut gelungen, furioses Ende. [10/10]
3. Broken, Beat and Scarred
Schöner Hard-Rock Song, wird zum Ende wieder trashiger und schneller. Gefällt! [9/10]
4. The Day That Never Comes
Zum ersten mal wird auf die Bremse getreten. Könnte man in die Load-Phase einordnen, geht aber mit zunehmder Spieldauer Richtung 80er. [8/10]
5. All Nightmare Long
Ein richtiges Brett! Der Refrain kann einfach alles, verdammt gute Tempowechsel. Definitiv einer der stärksten Songs! [10/10]
6. Cyanide
Einer der vorab live gehörten Songs. An sich nicht schlecht, wieder etwas rockiger. Der Refrain wird mit der Zeit leider etwas eintönig, der melodische Teil passt allerdings wieder. [7/10]
7. The Unforgiven III
Der dritte Teil der Unforgiven-Saga. Fängt mit Klavier und Streichern an, und wandert langsam Richtung Load, im Refrain wieder sanfter. Tolle Atmosphäre [8/10]
8. The Judas Kiss
..And Justice For All lässt grüßen. Klassischer Metallica-Sound, kraftvoller Song. [8/10]
9. Suicide an Redemption
Etwas, das es von Metallica ewig nicht mehr gab! Ein Instrumental! Wird nicht langweilig, Hammett tobt sich am Ende richtig aus [9/10]
10. My Apocalypse
Der kürzeste Track des Albums, schnell und rotzig. Ganz solide. [7/10]
Schnitt: 8,6 (Tendenz nach oben)
Hat mich sofort beim ersten Hören völlig umgehauen. Metallica beamen sich in die 80er zurück. Astreines Stück trash. [10/10]
2. The End of the Line
Lässt an Geschwindigkeit kaum nach, groovt teilweise lässig daher, schöner Refrain. Der ruhige Mittelteil ist absolut gelungen, furioses Ende. [10/10]
3. Broken, Beat and Scarred
Schöner Hard-Rock Song, wird zum Ende wieder trashiger und schneller. Gefällt! [9/10]
4. The Day That Never Comes
Zum ersten mal wird auf die Bremse getreten. Könnte man in die Load-Phase einordnen, geht aber mit zunehmder Spieldauer Richtung 80er. [8/10]
5. All Nightmare Long
Ein richtiges Brett! Der Refrain kann einfach alles, verdammt gute Tempowechsel. Definitiv einer der stärksten Songs! [10/10]
6. Cyanide
Einer der vorab live gehörten Songs. An sich nicht schlecht, wieder etwas rockiger. Der Refrain wird mit der Zeit leider etwas eintönig, der melodische Teil passt allerdings wieder. [7/10]
7. The Unforgiven III
Der dritte Teil der Unforgiven-Saga. Fängt mit Klavier und Streichern an, und wandert langsam Richtung Load, im Refrain wieder sanfter. Tolle Atmosphäre [8/10]
8. The Judas Kiss
..And Justice For All lässt grüßen. Klassischer Metallica-Sound, kraftvoller Song. [8/10]
9. Suicide an Redemption
Etwas, das es von Metallica ewig nicht mehr gab! Ein Instrumental! Wird nicht langweilig, Hammett tobt sich am Ende richtig aus [9/10]
10. My Apocalypse
Der kürzeste Track des Albums, schnell und rotzig. Ganz solide. [7/10]
Schnitt: 8,6 (Tendenz nach oben)
Vermutlich wird Death Magnetic, wie schon St.Anger, die Lager spalten und Bewertungen von "bestes Album aller Zeiten" bis die "langweiligste Platte aller Zeiten" erhalten. Ziemlich sicher sogar, denn das zeichnet große Alben aus.
Dienstag, 26. August 2008
Sonntag, 24. August 2008
Kontrollierte Härte
Immer, wenn Slipknot eine neue Scheibe auf den Markt schmeißen, ist das Geschrei groß. Sowohl was das Visuelle, was auch das Musikalische betrifft. Für die einen sind die Masken "affig", für die anderen gehören sie dazu. Dem Mainstream-Markt waren Iowa und Slipknot zu abgedreht, mit Vol. 3: (the subliminal verses) haben sie schließlich sogar einen Grammy abgeräumt. Bei jeder nur leicht melodischen Stelle wird "Stone Sour!" gerufen, unter "echten" Metallern wird die Musik als Nu-Metal verschmäht und Die-Hard-Fans hören eh nur Mate. Feed. Kill. Repeat. Die Meinung gehen mit jedem Album auch unter Fans deutlich auseinander.
Was Slipknot nicht vorgeworfen werden kann, ist Stillstand. Den "Hoffentlich wird das nächste Album wie Slipknot/Iowa"-Rufen hat der Neuner aus Des Moines, Iowa auf den bisherigen Veröffentlichungen getrotzt und es geschafft unerwartete und richtig gute Songs zu auf die Welt loszulassen. Auch auf All Hope Is Gone? Zumindest hinterlässt es bei mir nach einigen Durchgängen viele Fragezeichen. Aber mal Lied für Lied:
Was Slipknot nicht vorgeworfen werden kann, ist Stillstand. Den "Hoffentlich wird das nächste Album wie Slipknot/Iowa"-Rufen hat der Neuner aus Des Moines, Iowa auf den bisherigen Veröffentlichungen getrotzt und es geschafft unerwartete und richtig gute Songs zu auf die Welt loszulassen. Auch auf All Hope Is Gone? Zumindest hinterlässt es bei mir nach einigen Durchgängen viele Fragezeichen. Aber mal Lied für Lied:

1. .execute.
Zu Beginn ein typisches Slipknot Intro, wie auch schon von dem Debüt bzw. Iowa bekannt. Viele Geräusche, irgendwelche Stimmen. Noch ist alles okay.
2. Gematria (The Killing Name)
Wow, ein 6-Minütiger Song gleich zu beginn. Davon gibt es im Slipknot-Universum gerade mal eine Hand voll. Prügelt sich ziemlich durch, ein paar feine Soli sind auch dabei. Geht gut nach vorne. Ich sag mal [7/10]
3. Sulfur
Tja, Sulfur schließt eigentlich gut an Gematria an, flacht zum Refrain hin aber etwas ab. Die Melodie im Refrain an sich ist auch nicht so meins, am Ende wirds nochmal wälzender, härter und besser. Insgesamt aber nur [6/10]
4. Psychosocial
Die Single also. Gefällt sehr gut. Treibende Riffs, aggressiver Gesang und im Refrain eine sehr schöne Melodie. [8/10]
5. Dead Memories
Ein eher rockigerer Song, erinnert wirklich stark an Stone Sour. Die ruhige Stelle gegen Ende des Songs ist toll, sonst eigentlich eher durchschnitt. [6/10]
6. Vendetta
Beginnt mit einem sahnigen Death/Trash-Riff und stampft alles kaputt, bis zum Refrain wieder ziemlich rockig, geht jedoch gut nach vorne. Der Refrain lässt ebenfalls nicht nach. Gegen Ende versaut's ein komischer Breakdown etwas. Sonst top! [8/10]
7. Butcher's Hook
Die größte Herausforderung des Albums! Ein Tempowechsel nach dem anderen, irgendein schräger Takt (ich bin auf dem Gebiet Laie), leicht progressiv, viel Gescratche und Chaos gegen Ende. Der Song wächst mit jedem Hördurchgang. Ein Monster! [10/10]
8. Gehenna
Nächstes Highlight! Doomig-walzend, irgendwo zwischen Tattered & Torn, Gently & The Virus Of Life. Sehr düster-verstörende Atmosphäre, etwas melodiöser Refrain, schönes Solo. Einer ihrer besten Songs! [10/10]
9. This Cold Black
Legt wieder einige Schüppen drauf. Die Doublebass glüht, Corey kotzt sich besonders im Refrain richtig aus. Gefällt ganz gut. [8/10]
10. Wherein Lies Continue
Für mich persönlich ein Ausfall. Etwas schleppender und abgehackter Rhythmus. Gitarren klingen bis zum Refrain recht uninspiriert. Der Refrain schafft es aber noch ideenloser zu klingen. Die letzten 40 Sekunden sind noch gut gelungen, aber sonst.. [4/10]
11. Snuff
Ha! Eine Ballade. Seit dem letzten Album auch bei Slipknot salonfähig. Jedoch trotzdem anders als etwa Circle. Trotzdem nett anzuhören. [7/10]
12. All Hope Is Gone
Der Titeltrack. Wieder richtig schicke Death/Trash-Riffs, schneller, brutaler Song. Gesang gefällt mir auch sehr gut. Sauguter Song, passt am Ende vielleicht nicht ganz, aber seis drum. [9/10]
Zu Beginn ein typisches Slipknot Intro, wie auch schon von dem Debüt bzw. Iowa bekannt. Viele Geräusche, irgendwelche Stimmen. Noch ist alles okay.
2. Gematria (The Killing Name)
Wow, ein 6-Minütiger Song gleich zu beginn. Davon gibt es im Slipknot-Universum gerade mal eine Hand voll. Prügelt sich ziemlich durch, ein paar feine Soli sind auch dabei. Geht gut nach vorne. Ich sag mal [7/10]
3. Sulfur
Tja, Sulfur schließt eigentlich gut an Gematria an, flacht zum Refrain hin aber etwas ab. Die Melodie im Refrain an sich ist auch nicht so meins, am Ende wirds nochmal wälzender, härter und besser. Insgesamt aber nur [6/10]
4. Psychosocial
Die Single also. Gefällt sehr gut. Treibende Riffs, aggressiver Gesang und im Refrain eine sehr schöne Melodie. [8/10]
5. Dead Memories
Ein eher rockigerer Song, erinnert wirklich stark an Stone Sour. Die ruhige Stelle gegen Ende des Songs ist toll, sonst eigentlich eher durchschnitt. [6/10]
6. Vendetta
Beginnt mit einem sahnigen Death/Trash-Riff und stampft alles kaputt, bis zum Refrain wieder ziemlich rockig, geht jedoch gut nach vorne. Der Refrain lässt ebenfalls nicht nach. Gegen Ende versaut's ein komischer Breakdown etwas. Sonst top! [8/10]
7. Butcher's Hook
Die größte Herausforderung des Albums! Ein Tempowechsel nach dem anderen, irgendein schräger Takt (ich bin auf dem Gebiet Laie), leicht progressiv, viel Gescratche und Chaos gegen Ende. Der Song wächst mit jedem Hördurchgang. Ein Monster! [10/10]
8. Gehenna
Nächstes Highlight! Doomig-walzend, irgendwo zwischen Tattered & Torn, Gently & The Virus Of Life. Sehr düster-verstörende Atmosphäre, etwas melodiöser Refrain, schönes Solo. Einer ihrer besten Songs! [10/10]
9. This Cold Black
Legt wieder einige Schüppen drauf. Die Doublebass glüht, Corey kotzt sich besonders im Refrain richtig aus. Gefällt ganz gut. [8/10]
10. Wherein Lies Continue
Für mich persönlich ein Ausfall. Etwas schleppender und abgehackter Rhythmus. Gitarren klingen bis zum Refrain recht uninspiriert. Der Refrain schafft es aber noch ideenloser zu klingen. Die letzten 40 Sekunden sind noch gut gelungen, aber sonst.. [4/10]
11. Snuff
Ha! Eine Ballade. Seit dem letzten Album auch bei Slipknot salonfähig. Jedoch trotzdem anders als etwa Circle. Trotzdem nett anzuhören. [7/10]
12. All Hope Is Gone
Der Titeltrack. Wieder richtig schicke Death/Trash-Riffs, schneller, brutaler Song. Gesang gefällt mir auch sehr gut. Sauguter Song, passt am Ende vielleicht nicht ganz, aber seis drum. [9/10]
Schnitt: ca. 7,5
Meiner Meinung nach ein ordentliches Album, das mich persönlich allerdings nicht so von den Socken haut wie die Vorgänger. Vielleicht auch, weil es stellenweise etwas zu glatt kingt. Wherein Lies Continue dürfte übrigens gerne dem tollen Bonus-Track 'Til We Die platz machen, welcher auch ein super Abschluss des Albums gewesen wäre.
Irgendwie scheint es so, als ob Slipknot versuchen es allen Parteien recht zu machen. Etwas, worauf sie in der Vergangenheit verzichtet haben. All Hope Is Gone wirkt teilweise etwas uninspiriert und für Slipknot zu "normal". Dabei ist es nicht mal ausschlaggebend ob die Lieder zu ruhig oder zu melodisch sind. Ruhig und melodisch gabs auf Vol. 3 auch. Dennoch ist es einfach ein verdammt gutes Album geworden. Butcher's Hook oder Gehenna zeigen wozu Slipknot in der Lage sind, leider gibt es auf All Hope Is Gone zu wenige Songs dieses Kalibers (es ist mir ein Rätsel warum 'Til We Die nicht auf dem regulären Album ist). Ich möchte auch nicht "Kommerz!" schreien, aber die Band wird seit dem Grammy-Gewinn immer mehr zur Geldmaschine. Erst werden die Masken für die Massenproduktion hergegeben, dann gibt es seit neuestem auch eine eigene Klamotten-Marke. Ich weiß nicht..
Corey Taylor hat mal gesagt, dass Slipknot sich auflösten bevor sie nur noch ein Schatten ihrer selbst wären. Auf All Hope Is Gone ist das sicherlich noch nicht der Fall. Leider befürchte ich, dass es mit dieser Entwicklung beim nächsten Album passieren könnte. Denn momentan sieht es so aus, als ob mit den Veröffentlichungen von Slipknot, Iowa & Vol. 3: (the subliminal verses) alles wichtige gesagt wurde.
Irgendwie scheint es so, als ob Slipknot versuchen es allen Parteien recht zu machen. Etwas, worauf sie in der Vergangenheit verzichtet haben. All Hope Is Gone wirkt teilweise etwas uninspiriert und für Slipknot zu "normal". Dabei ist es nicht mal ausschlaggebend ob die Lieder zu ruhig oder zu melodisch sind. Ruhig und melodisch gabs auf Vol. 3 auch. Dennoch ist es einfach ein verdammt gutes Album geworden. Butcher's Hook oder Gehenna zeigen wozu Slipknot in der Lage sind, leider gibt es auf All Hope Is Gone zu wenige Songs dieses Kalibers (es ist mir ein Rätsel warum 'Til We Die nicht auf dem regulären Album ist). Ich möchte auch nicht "Kommerz!" schreien, aber die Band wird seit dem Grammy-Gewinn immer mehr zur Geldmaschine. Erst werden die Masken für die Massenproduktion hergegeben, dann gibt es seit neuestem auch eine eigene Klamotten-Marke. Ich weiß nicht..
Corey Taylor hat mal gesagt, dass Slipknot sich auflösten bevor sie nur noch ein Schatten ihrer selbst wären. Auf All Hope Is Gone ist das sicherlich noch nicht der Fall. Leider befürchte ich, dass es mit dieser Entwicklung beim nächsten Album passieren könnte. Denn momentan sieht es so aus, als ob mit den Veröffentlichungen von Slipknot, Iowa & Vol. 3: (the subliminal verses) alles wichtige gesagt wurde.
Dienstag, 12. August 2008
Sigur Rós, 11.08.08 - Við spilum endalaust...
Eigentlich war ich nach den letzten Konzertbesuchen viel zu faul um hier davon zu berichten. Aber was sich gestern im Palladium in Köln abgespielt hat, kann ich einfach nicht unerwähnt lassen. Auf dem Hurricane war es mir noch verwehrt geblieben, jetzt sollte es endlich passieren - die traumhaften Klanglandschaften von Sigur Rós live erleben!
Ausnahmslos jede Person, die die Isländer schon mal gesehen hat, kam aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Demnach waren meine Erwartungen ziemlich hoch. Das Palladium hielt ich vorher persönlich nicht für den besten Veranstaltungsort, später sollte sich jedoch entpuppen, dass es eigentlich sogar ganz gut geeignet war (auch wenn ganz kritische/geschulte Ohren jetzt aufschreien).
Bevor jedoch Jónsi, Goggi, Orri und Kjarri die Bühne betraten, durfte sich deren Landsmann Ólafur Arnalds dem Kölner Publikum präsentieren. Ein Name, der mir bisher nur aufgrund seiner Zusammenarbeit mit den Metalcore-Recken von Heaven Shall Burn geläufig war. Die von ihm komponierten Zwischen-Instrumentals auf den Antigone und Iconoclast fand ich jedoch sehr schön und war also neugierig. Leider muss ich jedoch sagen, dass es mir persönlich einen Tick zu langweilig war. Der erste Song war melodisch zwar schön, aber leider zu einseitig. Damit habe ich zwar prinzipiell keine Probleme, angesprochen hat mich es allerdings trotzdem nicht. Zumindest die bei den nächsten Liedern hinzugekommenen, The Notwist-artigen Beats sorgten für ein wenig Abwechslung. Nichtsdestotrotz hat Arnalds einen sehr sympathischen Eindruck hinterlassen und sicherlich einige neue Hörer gewonnen.
Nach ungeduldigem Warten war es schließlich so weit - Sigur Rós stiegen auf die Bühne und eroberten das Palladium mit dem wundervollen Svefn-g-englar von Ágætis byrjun. Sofot im Bann der Isländer, konnte mich erst recht nicht mehr entziehen als Jónsis Gesang einsetzte. Ich kann mich nicht erinnern, so eine Gänsehaut während eines Konzerts gehabt zu haben. Auch bei dem nächsten Song Glósóli ebbte meine Faszination nicht ab.
Generell hat mir die Mischung der Songs sehr gefallen, auch wenn ich mir vielleicht den einen oder anderen Song, z.B. Olsen Olsen oder Mílanó erhofft hatte. Die unerfüllten Songwünsche waren jedoch nicht weiter tragisch. Vor allem war ich sehr beeindruckt von den neuen Songs. Zwar hatte ich Með suð í eyrum við spilum endalaust einige Male durchgehört, aber erst da habe ich gemerkt wie gut diese eigentlich sind. Ganz besonders hat es mir die zweite Zugabe angetan. Nachdem der Applaus sich sehr in die Länge zog und alle Künstler sich zum zweiten mal bedankt hatten, kamen drei der vier Mitglieder noch einmal auf die Bühne und spielten All Alright, der einzigen englischsprachigen Song. Jónsi wirkte auf einmal sehr zerbrechlich und in sich gekehrt und sang mit einer emotionalen Intensität, die direkt ins Herz traf.
Damit war auch die Frage beantwortet, die wir uns nach der ersten Zugabe Untitled #8 bzw. Popplagið stellten - Was kann dieses Ungetüm von Lied eigentlich noch überbieten? (Überboten wurde es vielleicht, trotzdem passte All Alright an der Stelle perfekt) In der Tat war Popplagið das Highlight des Abends. Langsam und ruhig anfangend, kämpfte es sich langsam (wunderbar geleitet durch Orris Schlagzeug) bis zur Explosion.
So ging ein faszinierender Abend zu Ende. Fast zwei Stunden in Islands Traumwelten waren vorbei, werden aber sicher noch lange in Erinnerung bleiben.
Ausnahmslos jede Person, die die Isländer schon mal gesehen hat, kam aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Demnach waren meine Erwartungen ziemlich hoch. Das Palladium hielt ich vorher persönlich nicht für den besten Veranstaltungsort, später sollte sich jedoch entpuppen, dass es eigentlich sogar ganz gut geeignet war (auch wenn ganz kritische/geschulte Ohren jetzt aufschreien).
Bevor jedoch Jónsi, Goggi, Orri und Kjarri die Bühne betraten, durfte sich deren Landsmann Ólafur Arnalds dem Kölner Publikum präsentieren. Ein Name, der mir bisher nur aufgrund seiner Zusammenarbeit mit den Metalcore-Recken von Heaven Shall Burn geläufig war. Die von ihm komponierten Zwischen-Instrumentals auf den Antigone und Iconoclast fand ich jedoch sehr schön und war also neugierig. Leider muss ich jedoch sagen, dass es mir persönlich einen Tick zu langweilig war. Der erste Song war melodisch zwar schön, aber leider zu einseitig. Damit habe ich zwar prinzipiell keine Probleme, angesprochen hat mich es allerdings trotzdem nicht. Zumindest die bei den nächsten Liedern hinzugekommenen, The Notwist-artigen Beats sorgten für ein wenig Abwechslung. Nichtsdestotrotz hat Arnalds einen sehr sympathischen Eindruck hinterlassen und sicherlich einige neue Hörer gewonnen.
Nach ungeduldigem Warten war es schließlich so weit - Sigur Rós stiegen auf die Bühne und eroberten das Palladium mit dem wundervollen Svefn-g-englar von Ágætis byrjun. Sofot im Bann der Isländer, konnte mich erst recht nicht mehr entziehen als Jónsis Gesang einsetzte. Ich kann mich nicht erinnern, so eine Gänsehaut während eines Konzerts gehabt zu haben. Auch bei dem nächsten Song Glósóli ebbte meine Faszination nicht ab.
Generell hat mir die Mischung der Songs sehr gefallen, auch wenn ich mir vielleicht den einen oder anderen Song, z.B. Olsen Olsen oder Mílanó erhofft hatte. Die unerfüllten Songwünsche waren jedoch nicht weiter tragisch. Vor allem war ich sehr beeindruckt von den neuen Songs. Zwar hatte ich Með suð í eyrum við spilum endalaust einige Male durchgehört, aber erst da habe ich gemerkt wie gut diese eigentlich sind. Ganz besonders hat es mir die zweite Zugabe angetan. Nachdem der Applaus sich sehr in die Länge zog und alle Künstler sich zum zweiten mal bedankt hatten, kamen drei der vier Mitglieder noch einmal auf die Bühne und spielten All Alright, der einzigen englischsprachigen Song. Jónsi wirkte auf einmal sehr zerbrechlich und in sich gekehrt und sang mit einer emotionalen Intensität, die direkt ins Herz traf.
Damit war auch die Frage beantwortet, die wir uns nach der ersten Zugabe Untitled #8 bzw. Popplagið stellten - Was kann dieses Ungetüm von Lied eigentlich noch überbieten? (Überboten wurde es vielleicht, trotzdem passte All Alright an der Stelle perfekt) In der Tat war Popplagið das Highlight des Abends. Langsam und ruhig anfangend, kämpfte es sich langsam (wunderbar geleitet durch Orris Schlagzeug) bis zur Explosion.
So ging ein faszinierender Abend zu Ende. Fast zwei Stunden in Islands Traumwelten waren vorbei, werden aber sicher noch lange in Erinnerung bleiben.
Mittwoch, 6. August 2008
Das Leben ist ein Wunschkonzert
Mal angenommen man könnte 3 Bands (je 10 Songs) einladen ein Konzert zu spielen, sähe mein aktuelles Wunschkonzert etwa so aus:
Modern Life Is War:
1. The Outsiders
2. Martin Atchet
3. First and Ellen
4. By The Sea
5. Young Man On A Spree
6. Big City Dream
7. D.E.A.D.R.A.M.O.N.E.S.
8. Humble Streets
9. Midnight In America
10. Hair Raising Accounts Of Restless Ghosts
Cult Of Luna:
1. Dark Side Of The Sun
2. Waiting For You
3. Eternal Kingdom
4. Ghost Trail
5. And With Her Came The Birds
6. Hollow
7. Sleep
8. Following Betulas
9. Dim
10. Dark City, Dead Man
Radiohead:
1. Everything In Its Right Place
2. I Might Be Wrong
3. Weird Fishes/Arpeggi
4. Dollars And Cents
5. All I Need
6. The National Anthem
7. Idioteque
8. Where I End And You Begin
9. Jigsaw Falling Into Place
10. There There
Wer Lust hat, darf gerne das eigene Wunschkonzert posten. Ich bin sehr gespannt!
Modern Life Is War:
1. The Outsiders
2. Martin Atchet
3. First and Ellen
4. By The Sea
5. Young Man On A Spree
6. Big City Dream
7. D.E.A.D.R.A.M.O.N.E.S.
8. Humble Streets
9. Midnight In America
10. Hair Raising Accounts Of Restless Ghosts
Cult Of Luna:
1. Dark Side Of The Sun
2. Waiting For You
3. Eternal Kingdom
4. Ghost Trail
5. And With Her Came The Birds
6. Hollow
7. Sleep
8. Following Betulas
9. Dim
10. Dark City, Dead Man
Radiohead:
1. Everything In Its Right Place
2. I Might Be Wrong
3. Weird Fishes/Arpeggi
4. Dollars And Cents
5. All I Need
6. The National Anthem
7. Idioteque
8. Where I End And You Begin
9. Jigsaw Falling Into Place
10. There There
Wer Lust hat, darf gerne das eigene Wunschkonzert posten. Ich bin sehr gespannt!
Montag, 9. Juni 2008
Donnerstag, 5. Juni 2008
Ruhrpott's finest
Erstmal noch ein kleiner Nachtrag zu Umeå's finest - Cult of Luna. Ich hatte ja schon auf das kommende Album Eternal Kingdom hingewiesen und freue mich immer noch wie Hulle drauf. Mittlerweile haben Cult of Luna, eigens für den nächsten Longplayer eine Myspace-Seite eingerichtet, die sehr viele Hintergrundinfos zu Eternal Kingdom enthält. Unter anderem erklärt Sänger Johannes Persson das zugrunde liegende Konzept und erläutert das Album Song für Song. Um es kurz anzureissen:
Cult of Luna haben in einer ehemaligen Psychiatrie ausserhalb Umeås geprobt und diverse interessante Gegenstände gefunden wie, z.B. von Patienten gemalte Bilder, ärztliche Berichte und eine Art Tagebuch von dem Patienten Holger Nilsson. Eben dieses mit "Tales from the Eternal Kingdom" (natürlich auf Schwedisch) betilte Tagebuch diente der Band massiv als Inspiration.

Der Inhalt des Tagebuches grob umrissen: Holger Nilsson glaubt in einer Welt zu leben, in der böse Tiere - angeführt von dem bösen König Ugín, der halb Mensch, halb Eule ist - gegen die guten Tiere - angeführt von einem Auerhahn - kämpfen. Klingt so weit ganz witzig. Nilsson wird eines Tages jedoch, unter dem Vorwurf seine Frau und sein Kind umgebracht zu haben in die Psychiatrie gebracht. Er selber schiebt ihren Tod auf ein Wesen namens Näcken (in der schwedischen Mythologie Sinnbild für den Satan). Jedenfalls spinnt Nilsson eine sehr interessante Geschichte um die Geschehnisse. Genaueres gibt es also unter myspace.com/eternalkingdom
Nun zum Ruhrpott. Gestern gaben zwei der besten Bands in dieser Gegend - The Heartbreak Motel und Zero Mentality - ein überragendes Konzert im Intershop in Bochum. Es war eng, der Sound war schlecht aber die Stimmung war erstklassig. Da die befreundeten Bands zusammen eine Split mit dem Namen 'Virtues and Vices' aufgenommen haben, wollte ich an diese Stelle darauf aufmerksam machen. Falls ihr diese mögt, empfehle ich auch dringend die jeweils letzten Alben der Bands "Handguns make the most love" (Heartbreak Motel) & "Invite Your Soul" (Zero Mentality).
Cult of Luna haben in einer ehemaligen Psychiatrie ausserhalb Umeås geprobt und diverse interessante Gegenstände gefunden wie, z.B. von Patienten gemalte Bilder, ärztliche Berichte und eine Art Tagebuch von dem Patienten Holger Nilsson. Eben dieses mit "Tales from the Eternal Kingdom" (natürlich auf Schwedisch) betilte Tagebuch diente der Band massiv als Inspiration.

Der Inhalt des Tagebuches grob umrissen: Holger Nilsson glaubt in einer Welt zu leben, in der böse Tiere - angeführt von dem bösen König Ugín, der halb Mensch, halb Eule ist - gegen die guten Tiere - angeführt von einem Auerhahn - kämpfen. Klingt so weit ganz witzig. Nilsson wird eines Tages jedoch, unter dem Vorwurf seine Frau und sein Kind umgebracht zu haben in die Psychiatrie gebracht. Er selber schiebt ihren Tod auf ein Wesen namens Näcken (in der schwedischen Mythologie Sinnbild für den Satan). Jedenfalls spinnt Nilsson eine sehr interessante Geschichte um die Geschehnisse. Genaueres gibt es also unter myspace.com/eternalkingdom
Nun zum Ruhrpott. Gestern gaben zwei der besten Bands in dieser Gegend - The Heartbreak Motel und Zero Mentality - ein überragendes Konzert im Intershop in Bochum. Es war eng, der Sound war schlecht aber die Stimmung war erstklassig. Da die befreundeten Bands zusammen eine Split mit dem Namen 'Virtues and Vices' aufgenommen haben, wollte ich an diese Stelle darauf aufmerksam machen. Falls ihr diese mögt, empfehle ich auch dringend die jeweils letzten Alben der Bands "Handguns make the most love" (Heartbreak Motel) & "Invite Your Soul" (Zero Mentality).
Freitag, 25. April 2008
Product Placement
Letztens im Kino wieder aufgefallen als die Vorschau zu Iron Man - gepaart mit einem Audi Werbespot - kam. Sowas schreckt mich absolut vor einem Film ab. Die Filme verdienen es auch nicht geguckt zu werden. Wer will denn schon sehen, wie der Hauptdarsteller mit seinem iPhone rumwinkt oder die Automarke drei mal im Film erwähnt wird? Es geht mir einfach tierisch auf den Sack. Und es gibt tatsächlich sogar Filme, die eigentlich ganz gut wären, wenn es nicht irgendwann anfinge an jeder Ecke mit versteckter (aber auch einfach nur offensichlicher) Werbung zu hageln.
Dazu hören und sehen wir David Lynch mit einem exzellenten Kommentar:
Dazu hören und sehen wir David Lynch mit einem exzellenten Kommentar:
Sonntag, 20. April 2008
Bielefeld Destruction - 17.04.08
Ich verstehe gar nicht, warum Bielefeld so von der Welt abgeschnitten ist. Jedenfalls hatten wir unsere liebe Mühe mit öffentlichen Verkehrsmitteln hin und zurück zu kommen. Besser gesagt: Wir hätten gehabt. Um Mitternacht den letzten Zug zu nehmen, um dann bis 4 Uhr morgens in Hamm auf den Anschlusszug zu warten, erschien uns dann doch nicht gerade reizvoll. Um 01:30 einem Schwertransport 20 km weit mit 60 km/h hinterher zu fahren war aber auch nicht gerade schön. Egal. Vorab: Die Fahrt hat sich absolut gelohnt. Das Forum in Bielefeld erwies sich als ziemlich gute Location. Sehr kompakt, man stand überall ziemlich nah an der Bühne, die Bands waren gut zu hören, der Soundbrei blieb aus. Da ich ein miserabler Schätzer bin, könnte ich mit vermuteten 200 (+/- 50) Zuschauern übelst daneben liegen. Aber ich schmeiß einfach mal diese Zahl in den Raum.

Musikalisch war die ganze Veranstaltung ein Genuss. Als Anheizer waren Jakob und The Austerity Program da. Von beiden Bands hatte ich noch nie etwas gehört, musste im Laufe des Abends dann aber feststellen, dass Jakob eine exzellente Truppe sind und The Austerity Program zumindest mal interessant.

Musikalisch war die ganze Veranstaltung ein Genuss. Als Anheizer waren Jakob und The Austerity Program da. Von beiden Bands hatte ich noch nie etwas gehört, musste im Laufe des Abends dann aber feststellen, dass Jakob eine exzellente Truppe sind und The Austerity Program zumindest mal interessant.
Jakob, das Trio aus Neuseeland, spielten sehr schöne und atmosphärische Musik Richtug Post-Rock wie Caspian oder Gregor Samsa. Leider verpassten wir den Anfang, aber die letzten Songs haben gereicht um zu überzeugen. Mir hat es sehr gefallen, ich habe aber auch "Langweilig" Rufe gehört. Die Meinung kann ich absolut nicht teilen, aber macht euch ruhig ein eigenes Bild, falls ihr Interesse habt.
Die zweite Band des Abends war sehr eigenwillig und bestand aus einem Bassisten, einem Gitarristen und einem Drumcomputer. Ich hab mich die ganze Zeit gefragt ob der Schlagzeuger eventuell nicht da sein konnte und die Band einfach die Spuren aufgenommen hat um sie per Playback abzuspielen. Dem ist aber nicht so. Hm, ein paar Worte zu The Austerity Programm aus New York.. Vertrackt, schwer zugänglich, der Gesang spaltet sicher auch die Lager. Aber zwei Musiker, die ihre Sache sehr gut beherrschen und innovative Musik machen.
http://www.myspace.com/theausterityprogram


Die mächtigen ISIS zerlegten dann wirklich das Forum. Die Setlist bestand aus ganz alten und härteren und neueren, atmosphärischeren Songs. Eine sehr gut gemischte Setlist:

- Dulcinea
- So Did We
- The Red Sea
- Grinning Mouths
- Not in Rivers, but in Drops
- Holy Tears
- The Beginning and the End
- Hive Destruction
- Carry
Das war das dritte mal, dass ich ISIS sehen durfte und ich denke es war auch das beste Konzert. Das erste war im Bürgerhaus Stollwerck, in Köln. Das zweite auf dem Hurricane, um 12 Uhr morgens. Der Auftritt im Forum war einfach super, da die Halle so kompakt war, dass die Energie wirklich überschwappte. Vor allem bei Songs wie Hive Destruction, Dulcinea oder dem grandiosen So Did We. Aber auch die ruhigen Momente kamen sehr schön zur Geltung.

Desweiteren hat mich, wie immer, Sänger und Gitarrist Aaron Turner absolut begeistert. Der Mann hat so eine unglaubliche Stimme (natürlich nicht im Stile eines Opernsängers) und geht dermaßen steil auf der Bühne! ISIS sind einfach Macht. Eine der großartigsten Bands, die ich kenne. Ein Blick in Turners Texte lohnt übrigens auch.
Hier noch zwei Videos zum Abschluss. Ein Auszug aus der Sendung "Tracks" - eine Mischung aus Interview und False Light live in Paris - und dem neuen Video zu Holy Tears.
Gute Nacht!
Gute Nacht!
Sonntag, 13. April 2008
Eternal Kingdom
So soll das neue Cult of Luna Album heißen, welches laut einer Meldung auf ihrer Myspace-Seite, fertig sein soll. Release-Termin in Europa ist der 16. Juni und ich freu mich saumäßig drauf! Ich bin sehr gespannt, wie sich die Schweden seit "Somewhere Along The Highway" weiterentwickelt haben und vor allem, wie sie an das letzte Album anknüpfen. Dieses war ja recht anders als die vorherigen Platten, irgendwie von allen ein bisschen und stellenweise auch wirklich wahnsinnig gut. Aber ich weiß immer noch nicht so recht wie ich es einordnen soll.
Gitarrist Erik Olofsson sagt zu "Eternal Kingdom":
Klingt auf jeden Fall sehr vielversprechend. Das Artwork sieht ebenfalls sehr mächtig aus und bestätigt die Aussage nur. Auf einen düsteren Sommer, also.
Gitarrist Erik Olofsson sagt zu "Eternal Kingdom":
"It is with great ambition
and struggle we have created a very heavy album. The sound is strong and
progressive. Our compositions do not hold back on anything this time!"
and struggle we have created a very heavy album. The sound is strong and
progressive. Our compositions do not hold back on anything this time!"
Klingt auf jeden Fall sehr vielversprechend. Das Artwork sieht ebenfalls sehr mächtig aus und bestätigt die Aussage nur. Auf einen düsteren Sommer, also.
Montag, 17. März 2008
A night like this..
Gerade:

Jetzt:
- Fast 3 1/2 Stunden die Beine in den Arsch gestanden und nicht gemerkt wie die Zeit verflogen ist, weil die Setlist sahnig war
- Wenn Robert Smith auf der Bühne schüchtern lächelt oder etwas tänzelt wird einem warm ums Herz
- Simon Gallup hatte die schönste Hose des Abends
- The Cure müssen für mindestens eine weitere Tour zusammenbleiben

Jetzt:
- Plainsong
- Prayers For Rain
- A Strange Day
- alt.end
- A Night Like This
- The End of the World
- Lovesong
- Pictures of You
- Lullaby
- From the Edge of the Deep Green Sea
- The Figurehead
- Kyoto Song
- Push
- Inbetween Days
- Just Like Heaven
- Primary
- Never Enough
- Wrong Number
- The Baby Screams
- One Hundred Years
- Disintegration
- At Night
- M
- Play For Today
- A Forest
- Friday I'm In Love
- Close to Me
- Why Can't I Be You?
- Boys Don't Cry
- Jumping Someone Else's Train
- Grinding Halt
- 10:15 Saturday Night
- Killing an Arab
Samstag, 1. März 2008
Freitag, 22. Februar 2008
D.E.A.D.R.A.M.O.N.E.S.
Okay, okay. Warte. Kann nicht sein. Irgendein Spinner schreibt bei YouTube unter ein Video "Modern Life Is War 2001-2007 RIP" als Kommentar. Vermutlich ein Fan der ersten Stunde, der sich über den Werdegang der Band enttäuscht zeigt und ihnen mit dieser Aussage den musikalischen Tod attestiert. Klar, das wird's sein. Aber sicherheitshalber durchsuche ich lieber das Internet nach aktuelle Meldungen zu "Modern Life Is War". Erstes Ergebnis: MLIW auf Myspace. Zweites Ergebnis: Review zu "Midnight in America". Die letzte Zeile lautet "Die Messlatte für das nächste Album hängt nun noch ein ganzes Stückchen höher als zuvor." Richtig, wohl wahr. Die dritte Meldung lässt diesen Satz jedoch jeglichen Wert verlieren. Ein nächstes Album soll es nicht geben, Modern Life Is War aufgelöst - Bäm!
"Our rebel hearts will turn restless ghosts.
They can never truly kill us and we will never truly die."
Wenn es Platten gibt, die tatsächlich ein Leben "verändern" können, dann ist Witness bei mir definitiv eine davon. Die andere wäre Disintegration. Und ob The Cure es noch lange machen sei auch mal so hingestellt. Witness hatte nach dem ersten Hördurchgang gar keine so beeindruckende Wirkung auf mich. Die Musik war gut, die Stimme des Sängers gefiel. Insgesamt eine ganz gute Neuentdeckung. Die Begeisterung kam erst mit dem Kauf der Platte. Immer wieder lief die Scheibe auf repeat und ich konnte sie einfach nicht tot hören.

"So scrape your heart up from the bottom of the barrel.
Keep your faith in the path that's growing narrow.
Kill the doubt inside your head.
We overcome. We push ahead."
Weder musikalische Differenzen, noch ein Streit innerhalb der Band sind die Gründe für den split. Vielmehr ist die Zeit dafür einfach gekommen und die Angst irgendwann nur noch eine Parodie früherer Tage zu sein geht um. "We also want to thank all the people in the DIY/underground hardcore and punk scenes all over the country and world who work really hard and sacrifice a lot for little to no recognition or money because they love the music and message. [...] Above all...I hope we have made some people feel less alone and motivated them to think for themselves, be themselves and take action. Punk rock changed our lives. I hope we contributed something to keep the whole thing going. We are leaving soon...but The future is unwritten...so start writing it." verkündet die Band in einem offiziellen Statement. Obwohl die Meldung mich ziemlich überraschte und etwas traurig stimmte, sind die Gründe für die Trennung eigentlich sehr nachvollziehbar und der Schritt fühlt sich einfach nicht falsch an. Modern Life Is War waren und bleiben damit ganz sicher eine der bedeutendsten Bands ihres Genres.Keep your faith in the path that's growing narrow.
Kill the doubt inside your head.
We overcome. We push ahead."
"Our rebel hearts will turn restless ghosts.They can never truly kill us and we will never truly die."
Wenn es Platten gibt, die tatsächlich ein Leben "verändern" können, dann ist Witness bei mir definitiv eine davon. Die andere wäre Disintegration. Und ob The Cure es noch lange machen sei auch mal so hingestellt. Witness hatte nach dem ersten Hördurchgang gar keine so beeindruckende Wirkung auf mich. Die Musik war gut, die Stimme des Sängers gefiel. Insgesamt eine ganz gute Neuentdeckung. Die Begeisterung kam erst mit dem Kauf der Platte. Immer wieder lief die Scheibe auf repeat und ich konnte sie einfach nicht tot hören.

"We were young, numb, and violent all at once. We were always smashing glass but it was never enough to make us feel OK. Are we normal boys? Is this the normal way?"
Was mich allerdings am meisten beeindruckt hat und sicher immer beeindrucken wird sind Jeffrey Eatons Texte, die so emotionsgeladen und ehrlich sind, dass man beim Lesen eine Gänsehaut bekommt. Eine Mischung aus Alltag und Poesie. Und mit Poesie meine ich hier nichts schmalztriefendes oder kitschiges und schon gar nicht beschönigendes. Es sind Worte, die den den Nagel immer auf den Kopf treffen, die Hoffnung vermitteln und besonderes für junge Menschen sehr viel Identifikationspotential haben. Die Möglichkeit sich mit Texten zu identifizieren ist etwas, das nur wenige Bands schaffen und so blöd es klingen mag, so ausgelutscht es auch sein mag vom "Sprachrohr einer Generation" zu sprechen, so bezeichnet es doch treffend was Modern Life Is War sind. Ein Sprachrohr der Aussenseiter der Gesellschaft, derer, die ihr Ding mit Hingabe und Leidenschaft durchziehen und dabei viel opfern.
"Restless soul this place will never be your home.
And if you wanna have it all...
You've gotta let it all go.
Before the adult world strings you up and skins your skinny bones clean to the bone."
And if you wanna have it all...
You've gotta let it all go.
Before the adult world strings you up and skins your skinny bones clean to the bone."
"Another punk rock summer came and went
Now I just wanna go back home and turn up my stereo
Until the rhythm melts my bones 'cause I'm a Dead Ramone. D.E.A.D.R.A.M.O.N.E.S."
Now I just wanna go back home and turn up my stereo
Until the rhythm melts my bones 'cause I'm a Dead Ramone. D.E.A.D.R.A.M.O.N.E.S."
Dienstag, 5. Februar 2008
Geräusch
Vor einigen Wochen habe ich im Gespräch mit R.R.R. erfahren, dass man insgeheim munkelt die Rückkehr des Shoegaze stehe in diesem Jahr bevor. Ob das gut wäre oder nicht, konnte ich für mich selber nicht entscheiden. Damit man mich nicht falsch versteht: ich liebe es mich von völlig übersteuerten, manchmal monotonen, atmosphärischen Geräuschwalzen überrollen zu lassen. Ausserdem verdanken einige meiner Lieblingsbands im Bereich Post-Rock/Metal dem Shoegaze ihre Existenz. Aber wie das mit Trends und Moden eben so ist.
Jedenfalls hat mich eine Albumrezension auf der verbotenen Seite (uuh) stutzen lassen. Den Bandnamen hatte ich zwar vorher nie gehört, aber die Zusammenfassung der Rezension ließ mich aufhorchen: "Noise-Lawine aus Angst, Taumel und Betäubung". Für Erste nicht schlecht. Hinzu kommt die volle Punktzahl in der Bewertung und eine Rezension, die zur Abwechslung Objektiv und Musikbezogen ist.

Die Songaufteilung auf "Radiance of Shadows" von "Nadja" lässt auch erahnen, dass es vermutlich nicht auf eine Single hinausläuft. 3 Geräuschorgien à 20-30 Minuten, die sich irgendwo zwischen Drone/Doom/Noise-Metal einpendeln. Man könnte im Prinzip sagen es ist Sunn o))) mit melodiöseren Teilen. Wobei melodiös hier natürlich relativ ist, gegen Sunn 0))) ist sogar der Wecker melodiös. Und ganz so sperrig sind die Kanadier von Nadja ebenfalls nicht. Eigentlich eignet sich das Album gerade deswegen ganz gut um mal in das Shoegaze/Noise - Genre reinzuschnuppern. Alternativ könnte ich auch mit "Loveless" von My Bloody Valentine eine poppigere Variante empfehlen.
Zwar könnten, in Folge der My Bloody Valentine-Reunion, die Weichen für das Shoegaze-Comeback gestellt sein, ich persönlich bin jedoch nicht sehr von dieser Voraussage überzeugt, da das Genre - so wie es war/ist - für das Mainstreampublikum schlichtweg zu sperrig, zu anspruchsvoll und zu anstrengend ist. Wäre aber ganz witzig eine volle Disko zu sehen, in der alle Besucher sich einfach nur auf die Schuhe starren.
Jedenfalls hat mich eine Albumrezension auf der verbotenen Seite (uuh) stutzen lassen. Den Bandnamen hatte ich zwar vorher nie gehört, aber die Zusammenfassung der Rezension ließ mich aufhorchen: "Noise-Lawine aus Angst, Taumel und Betäubung". Für Erste nicht schlecht. Hinzu kommt die volle Punktzahl in der Bewertung und eine Rezension, die zur Abwechslung Objektiv und Musikbezogen ist.

Die Songaufteilung auf "Radiance of Shadows" von "Nadja" lässt auch erahnen, dass es vermutlich nicht auf eine Single hinausläuft. 3 Geräuschorgien à 20-30 Minuten, die sich irgendwo zwischen Drone/Doom/Noise-Metal einpendeln. Man könnte im Prinzip sagen es ist Sunn o))) mit melodiöseren Teilen. Wobei melodiös hier natürlich relativ ist, gegen Sunn 0))) ist sogar der Wecker melodiös. Und ganz so sperrig sind die Kanadier von Nadja ebenfalls nicht. Eigentlich eignet sich das Album gerade deswegen ganz gut um mal in das Shoegaze/Noise - Genre reinzuschnuppern. Alternativ könnte ich auch mit "Loveless" von My Bloody Valentine eine poppigere Variante empfehlen.
Zwar könnten, in Folge der My Bloody Valentine-Reunion, die Weichen für das Shoegaze-Comeback gestellt sein, ich persönlich bin jedoch nicht sehr von dieser Voraussage überzeugt, da das Genre - so wie es war/ist - für das Mainstreampublikum schlichtweg zu sperrig, zu anspruchsvoll und zu anstrengend ist. Wäre aber ganz witzig eine volle Disko zu sehen, in der alle Besucher sich einfach nur auf die Schuhe starren.
Mittwoch, 30. Januar 2008
I'm a rabbit in your headlights
Nicht, dass ich mir ständig Musikvideos anschauen würde. Irgendwie existieren auch sehr wenige, die originell und sehenswert sind. Jene, die auf MTViva dauerrotieren sind ohnehin nicht von Interesse. Musikvideos mit einstudierten Choreografien und Background-Tänzern sind so langweilig wie Plattencover mit dem Abbild des Sängers/ der Band. Es ist Verschwendung.
Der folgende Clip zu "Rabbit In Your Headlights" von UNKLE & Thom Yorke (vom Album Psyence Fiction) ist möglicherweise der Beste, den ich bisher gesehen habe. Der Song ist ebenfalls sehr hörenswert. Jonathan Glazer, der auch schon Videos für u.a. Radiohead & Massive Attack gedreht hat, ist für die Bilder verantwortlich.
I'm a rabbit in your headlights
Scared of the spotlight
You don't come to visit
I'm stuck in this bed
Thin rubber gloves
She laughs when she's crying
She cries when she's laughing
Fat bloody fingers are sucking your soul away
(Away....away....away....)
I'm a rabbit in your headlights
Christian suburbanite
Washed down the toilet
Money to burn
Fat bloody fingers are sucking your soul away
Sample aus dem Film Jacob's Ladder (kommt nicht im Video vor) :
If you're frightened of dyin' and you're holding on..
You'll see devils tearing your life away.
But...if you've made your peace,
Then the devils are really angels
Freeing you from the earth.....from the earth....from the earth
White worms on the underground
Caught between stations
Butterfingers
I'm losing my patience
I'm a rabbit in your headlights
Christian suburbanite
You got money to burn....
Fat bloody fingers are sucking your soul away.....
Away, away, away,
Away, away, away.
Noch ein weiteres interessantes Video, diesmal von Einstürzende Neubauten. "Sabrina" vom Album "Silence Is Sexy". Regisseur ist John Hillcoat ( u.a. Nick Cave, Depeche Mode, Siouxsie & The Banshees, Placebo etc.)
Falls ihr irgendwelche Gedanken zu den Videos habt: Immer her damit.
Der folgende Clip zu "Rabbit In Your Headlights" von UNKLE & Thom Yorke (vom Album Psyence Fiction) ist möglicherweise der Beste, den ich bisher gesehen habe. Der Song ist ebenfalls sehr hörenswert. Jonathan Glazer, der auch schon Videos für u.a. Radiohead & Massive Attack gedreht hat, ist für die Bilder verantwortlich.
I'm a rabbit in your headlights
Scared of the spotlight
You don't come to visit
I'm stuck in this bed
Thin rubber gloves
She laughs when she's crying
She cries when she's laughing
Fat bloody fingers are sucking your soul away
(Away....away....away....)
I'm a rabbit in your headlights
Christian suburbanite
Washed down the toilet
Money to burn
Fat bloody fingers are sucking your soul away
Sample aus dem Film Jacob's Ladder (kommt nicht im Video vor) :
If you're frightened of dyin' and you're holding on..
You'll see devils tearing your life away.
But...if you've made your peace,
Then the devils are really angels
Freeing you from the earth.....from the earth....from the earth
White worms on the underground
Caught between stations
Butterfingers
I'm losing my patience
I'm a rabbit in your headlights
Christian suburbanite
You got money to burn....
Fat bloody fingers are sucking your soul away.....
Away, away, away,
Away, away, away.
Noch ein weiteres interessantes Video, diesmal von Einstürzende Neubauten. "Sabrina" vom Album "Silence Is Sexy". Regisseur ist John Hillcoat ( u.a. Nick Cave, Depeche Mode, Siouxsie & The Banshees, Placebo etc.)
Falls ihr irgendwelche Gedanken zu den Videos habt: Immer her damit.
Dienstag, 8. Januar 2008
Irréversible
"Le temps détruit tout" - Die Zeit zerstört alles. Eine Schlussfolgerung, die ein beleibter, kaum bekleideter Mann trifft nachdem er seine Vergangenheit reflektiert. Zusammen mit einem anderen Mann sitzt dieser auf einem Bett in einem spärlich eingerichteten Zimmer und berichtet wie das inzestuöse Verhältnis zu seiner Tochter sein Leben zu dem gemacht hat, was es ist. Eine gescheiterte Existenz.
So beginnt Gaspar Noés "Irréversible". Der Beginn des Films ist gleichzeitig das Ende der eigentlichen Handlung. Es ist nicht zu viel verraten, wenn ich hier schreibe, dass die Handlung in umgekehrter Reihenfolge erzählt wird, ähnlich wie in Memento.
Die Kamera schwenkt durch den Hof, einige Etagen tiefer, zum Eingang eines Clubs aus dem 2 Männer in Handschellen herausgeführt werden. Es folgt eine der verstörendsten und härtesten Einführungen, die ich in einem Film gesehen habe. Getrieben von blinder Rachsucht eilt Marcus, eine der drei Hauptfiguren des Films, auf der Suche nach dem Vergewaltiger seiner Freundin Alex durch die Gänge des Schwulenclubs Rectum. Umgeben von Rotlicht, monoton-verstörenden Geräuschen und Männern, die ihren sado-masochistischen Fantasien nachgehen. Die hektischen Kamerabewegungen intensivieren die ohnehin schon düstere, brutale und abgründig wirkende Atmosphäre.

Bei diversen Premieren sind die Zuschauer massenweise und voller Empörung aus den Kinos geflüchtet. Auch im Internet findet man viele Meinungen, die den Film als "abstoßend" oder den Regisseur sogar als "kranken Menschen" bezeichnen. Die dafür ausschlaggebenden Szenen sind tatsächlich nichts für schwache Nerven.
Als Finale der ersten Sequenz wird einem Mann im Club der Schädel mit einem Feuerlöscher zertrümmert. Noés Kameraführung kennt keine Gnade, schwenkt nicht weg, blendet nicht aus. So auch in der der Szene, die der Dreh- und Angelpunkt des Films ist. Die Vergewaltigung von Alex, die in einer ca. 10 Minuten langen Sequenz inszeniert wird. Absolute Stille, keine Bewegung der Kamera, keine Schnitte (der ganze Film kommt ohne Schnitte aus). Der Focus liegt auf dieser einen Szene. Hart, menschenverachtend und brutal.

Was die Härte und Brutalität dieser Szenen ausmacht ist allerdings die Nähe zur Realität. Noé zeigt, was andere nur andeuten. In Internetrezensionen fallen oft Worte wie "pervers", "sinnlos", "krank". Das allerdings ist es, was Noé zeigen will. Selbstverständlich ist eine Vergewaltigung krank, pervers und sinnlos. Es ist ein Armutszeugnis, dass Menschen sich von solchen Dingen erst dann angewidert und angegriffen fühlen, sobald man sie ihnen vor Augen hält. Die Vergewaltigungen, über die in der Zeitung oder im Fernsehen Tag für Tag berichtet wird, werden allerdings eher ausschließlich informativ aufgenommen. Es ist ein Abbild der Realität, das die meisten Menschen nicht sehen oder akzeptieren wollen. Sinnbild dafür ist der Mann, der im Hintergrund auftaucht, sich die Szene ein paar Sekunden lang ansieht und wieder verschwindet.
Selbstverständlich ist es krank, sinnlos und pervers einem Menschen vor Wut den Schädel einzuschlgen. "Irréversible" zeigt wie ein Mensch die Kontrolle verliert, wie er seinen Instinkten nachgibt. Die Sinnlosigkeit gipfelt darin, dass Marcus, der den Club vergeblich nach dem Vergewaltiger abgesucht hat am Ende einen Mann angreift, der nichts mit dem Vorfall zu tun hat. Er weiß weder, dass er es ist noch, dass er es nicht ist. Spätestens nachdem sofort am Anfang ein Unbeteiligter diesem blinden Hass brutal zum Opfer fällt, muss man sich als Zuschauer mit der Nachricht, die der Film vermitteln will auseinandersetzen.
Statt plumpe Argumente wie "Sowas darf man nicht zeigen" oder "pervers, krank, sinnlos" anzubringen, sollte man sehen, dass Noé bewusst solche Szenen benutzt um aufzurütteln. Ja, es ist schonungslos, es ist brutal und anstoßend. Aber es ist keinem kranken Hirn eines kranken Mannes entsprungen, es ist aus der Realität übernommen.
Gaspar Noé hat einen atmosphärisch dichten Film geschaffen, der Ursache und Wirkung immer durchdacht miteinander verknüpft, indem er die Gewalt eben nicht verherrlicht, sondern die Ursache analysiert und die Sinnlosigkeit der Reaktion zeigt, die die Vergangenheit doch nicht umkehren oder ungeschehen machen kann. Ein Film, der erschreckend Realitätsnah ist und zeigt wie tief Menschen fallen können. Selbst die "schönen" Szenen am Ende - die ja eigentlich der Beginn sind - werden von den Ereignissen überschattet und zeigen, dass es nicht immer nur "die Anderen" trifft, dass jede idyllische Existenz in einem Moment auseinandergerissen werden kann. Le temps détruit tout.
So beginnt Gaspar Noés "Irréversible". Der Beginn des Films ist gleichzeitig das Ende der eigentlichen Handlung. Es ist nicht zu viel verraten, wenn ich hier schreibe, dass die Handlung in umgekehrter Reihenfolge erzählt wird, ähnlich wie in Memento.
Die Kamera schwenkt durch den Hof, einige Etagen tiefer, zum Eingang eines Clubs aus dem 2 Männer in Handschellen herausgeführt werden. Es folgt eine der verstörendsten und härtesten Einführungen, die ich in einem Film gesehen habe. Getrieben von blinder Rachsucht eilt Marcus, eine der drei Hauptfiguren des Films, auf der Suche nach dem Vergewaltiger seiner Freundin Alex durch die Gänge des Schwulenclubs Rectum. Umgeben von Rotlicht, monoton-verstörenden Geräuschen und Männern, die ihren sado-masochistischen Fantasien nachgehen. Die hektischen Kamerabewegungen intensivieren die ohnehin schon düstere, brutale und abgründig wirkende Atmosphäre.

Bei diversen Premieren sind die Zuschauer massenweise und voller Empörung aus den Kinos geflüchtet. Auch im Internet findet man viele Meinungen, die den Film als "abstoßend" oder den Regisseur sogar als "kranken Menschen" bezeichnen. Die dafür ausschlaggebenden Szenen sind tatsächlich nichts für schwache Nerven.
Als Finale der ersten Sequenz wird einem Mann im Club der Schädel mit einem Feuerlöscher zertrümmert. Noés Kameraführung kennt keine Gnade, schwenkt nicht weg, blendet nicht aus. So auch in der der Szene, die der Dreh- und Angelpunkt des Films ist. Die Vergewaltigung von Alex, die in einer ca. 10 Minuten langen Sequenz inszeniert wird. Absolute Stille, keine Bewegung der Kamera, keine Schnitte (der ganze Film kommt ohne Schnitte aus). Der Focus liegt auf dieser einen Szene. Hart, menschenverachtend und brutal.

Was die Härte und Brutalität dieser Szenen ausmacht ist allerdings die Nähe zur Realität. Noé zeigt, was andere nur andeuten. In Internetrezensionen fallen oft Worte wie "pervers", "sinnlos", "krank". Das allerdings ist es, was Noé zeigen will. Selbstverständlich ist eine Vergewaltigung krank, pervers und sinnlos. Es ist ein Armutszeugnis, dass Menschen sich von solchen Dingen erst dann angewidert und angegriffen fühlen, sobald man sie ihnen vor Augen hält. Die Vergewaltigungen, über die in der Zeitung oder im Fernsehen Tag für Tag berichtet wird, werden allerdings eher ausschließlich informativ aufgenommen. Es ist ein Abbild der Realität, das die meisten Menschen nicht sehen oder akzeptieren wollen. Sinnbild dafür ist der Mann, der im Hintergrund auftaucht, sich die Szene ein paar Sekunden lang ansieht und wieder verschwindet.
Selbstverständlich ist es krank, sinnlos und pervers einem Menschen vor Wut den Schädel einzuschlgen. "Irréversible" zeigt wie ein Mensch die Kontrolle verliert, wie er seinen Instinkten nachgibt. Die Sinnlosigkeit gipfelt darin, dass Marcus, der den Club vergeblich nach dem Vergewaltiger abgesucht hat am Ende einen Mann angreift, der nichts mit dem Vorfall zu tun hat. Er weiß weder, dass er es ist noch, dass er es nicht ist. Spätestens nachdem sofort am Anfang ein Unbeteiligter diesem blinden Hass brutal zum Opfer fällt, muss man sich als Zuschauer mit der Nachricht, die der Film vermitteln will auseinandersetzen.
Statt plumpe Argumente wie "Sowas darf man nicht zeigen" oder "pervers, krank, sinnlos" anzubringen, sollte man sehen, dass Noé bewusst solche Szenen benutzt um aufzurütteln. Ja, es ist schonungslos, es ist brutal und anstoßend. Aber es ist keinem kranken Hirn eines kranken Mannes entsprungen, es ist aus der Realität übernommen.
Gaspar Noé hat einen atmosphärisch dichten Film geschaffen, der Ursache und Wirkung immer durchdacht miteinander verknüpft, indem er die Gewalt eben nicht verherrlicht, sondern die Ursache analysiert und die Sinnlosigkeit der Reaktion zeigt, die die Vergangenheit doch nicht umkehren oder ungeschehen machen kann. Ein Film, der erschreckend Realitätsnah ist und zeigt wie tief Menschen fallen können. Selbst die "schönen" Szenen am Ende - die ja eigentlich der Beginn sind - werden von den Ereignissen überschattet und zeigen, dass es nicht immer nur "die Anderen" trifft, dass jede idyllische Existenz in einem Moment auseinandergerissen werden kann. Le temps détruit tout.
Samstag, 5. Januar 2008
Discomusik
Wenn man in eine gewöhnliche Disco geht, darf man die musikalische Messlatte entweder nicht zu hoch ansetzen oder die Musik gar nicht erst beachten. Alles andere endet in den meisten Fällen leider mit einer Enttäuschung. Vielleicht hilft vor der Abfahrt ein Blick in das Programm um zu wissen worauf man sich letztendlich stundenlang herumprügeln muss. Crossover, Charts, 80er, 90er, Rock oder doch vielleicht House. Im Endeffekt ist es auch egal, denn ganz gleich welches Genre denn am Abend Thema ist, die Songauswahl ist 1.) grausam und 2.) jedes mal gleich.
Jemand, die/der noch nie Musik gehört hat, könnte bei einem 80er Abend denken, dass dieses Jahrzent ein musikalisches Moloch war. Von den 90ern möchte ich gar nicht erst sprechen. Man fühlt sich wie einer der schlechten Shows eines großen Privatsenders.
So weit, so schlecht. Das nächste Phänomen betrifft die DJ/anes oder die, die sich so nennen. Ich denke jeder, der regelmäßig in einer größeren Disco ist, muss irgendwann feststellen, dass die gespielten Lieder nicht nur regelmäßig immer und immer wieder bis zum Erbrechen gespielt werden, nein, in ganz schlimmen Fällen kann man sogar die Uhrzeit voraussagen zu der ein bestimmter Song gespielt wird. Time Of My Life kurz nach Mitternacht zu spielen ist weder passend noch originell.
Als Discobesucher ist es einfach diesen nervigen Abenden aus dem Weg zu gehen. Entweder gar nicht erst hingehen, den Laden frühzeitig verlassen oder an der Theke stehen und Nörgeln, wenn man die Konfrontation bevorzugt. Wie zum Teufel aber hält es ein/e DJ/ane Abend für Abend, Woche für Woche aus. Überkommt einen nicht das Gefühl absolut nutzlos und entbehrlich zu sein?
Ich meine, es wäre möglich 3-4 CDs (oder DVDs) mit gleichen Songs abzumischen, die vielleicht in ihrer Reihenfolge variieren und aufzulegen. Die Wünsche der Besucher sind ohnehin völlig überflüssig, da die gewünschten Songs entweder nicht gespielt werden können, weil sie zu exotisch sind, oder ohnehin schon für den Abend eingeplant sind. Merkwürdigerweise wünscht sich der großteil des Publikums auch gar nichts anderes und feiert es ab zum 1000sten mal Down with the Sickness zu hören. Selbst der beste Song, das beste Album, die einfallsreichste Melodie ist irgendwann kaputtgehört. Es ist bloß eine Frage der Zeit, bis man eine kleine oder große Pause davon braucht. Das ist nicht nur in Discos der Fall, sondern auch auf dem heimischen Plattenteller.
Wladimir Kaminer schreibt in seinem Buch "Russendisko" etwas interessantes über DJ/anes. Er unterteilt DJ/anes in drei Arten (ich weiß nicht mehr wie er sie genau nennt): Solche, die den ganzen Abend auf der sicheren Seite fahren und das Publikum mit dem ganzen abgedroschenen Kram füttern, den es verlangt. Solche, die ein experimentelles Programm spielen, vielleicht auch nur ganz selten einen Song doppelt verwenden und dem Publikum nur unbekannte Songs vorwerfen. Ab und zu sicher ganz gut, auf Dauer aber auch nicht unbedingt Stimmungsfördernd. Und siehe da, wer hätte es gedacht! Die Mischung macht's! Bekannte Songs, die einen vielleicht auf die Tanzfläche treiben, Unbekanntes zum Entdecken. Diese Mischung verhindert Langeweile bei Stammgästen, vertreibt keine neuen Besucher und lockt vielleicht sogar noch neues Publikum. Vor allem ist es, meiner Meinung nach, auch das, was der Position des/der DJ/ane Sinn verleiht und am DJ/ane-sein den meisten Spaß macht.
Jemand, die/der noch nie Musik gehört hat, könnte bei einem 80er Abend denken, dass dieses Jahrzent ein musikalisches Moloch war. Von den 90ern möchte ich gar nicht erst sprechen. Man fühlt sich wie einer der schlechten Shows eines großen Privatsenders.
So weit, so schlecht. Das nächste Phänomen betrifft die DJ/anes oder die, die sich so nennen. Ich denke jeder, der regelmäßig in einer größeren Disco ist, muss irgendwann feststellen, dass die gespielten Lieder nicht nur regelmäßig immer und immer wieder bis zum Erbrechen gespielt werden, nein, in ganz schlimmen Fällen kann man sogar die Uhrzeit voraussagen zu der ein bestimmter Song gespielt wird. Time Of My Life kurz nach Mitternacht zu spielen ist weder passend noch originell.
Als Discobesucher ist es einfach diesen nervigen Abenden aus dem Weg zu gehen. Entweder gar nicht erst hingehen, den Laden frühzeitig verlassen oder an der Theke stehen und Nörgeln, wenn man die Konfrontation bevorzugt. Wie zum Teufel aber hält es ein/e DJ/ane Abend für Abend, Woche für Woche aus. Überkommt einen nicht das Gefühl absolut nutzlos und entbehrlich zu sein?
Ich meine, es wäre möglich 3-4 CDs (oder DVDs) mit gleichen Songs abzumischen, die vielleicht in ihrer Reihenfolge variieren und aufzulegen. Die Wünsche der Besucher sind ohnehin völlig überflüssig, da die gewünschten Songs entweder nicht gespielt werden können, weil sie zu exotisch sind, oder ohnehin schon für den Abend eingeplant sind. Merkwürdigerweise wünscht sich der großteil des Publikums auch gar nichts anderes und feiert es ab zum 1000sten mal Down with the Sickness zu hören. Selbst der beste Song, das beste Album, die einfallsreichste Melodie ist irgendwann kaputtgehört. Es ist bloß eine Frage der Zeit, bis man eine kleine oder große Pause davon braucht. Das ist nicht nur in Discos der Fall, sondern auch auf dem heimischen Plattenteller.
Wladimir Kaminer schreibt in seinem Buch "Russendisko" etwas interessantes über DJ/anes. Er unterteilt DJ/anes in drei Arten (ich weiß nicht mehr wie er sie genau nennt): Solche, die den ganzen Abend auf der sicheren Seite fahren und das Publikum mit dem ganzen abgedroschenen Kram füttern, den es verlangt. Solche, die ein experimentelles Programm spielen, vielleicht auch nur ganz selten einen Song doppelt verwenden und dem Publikum nur unbekannte Songs vorwerfen. Ab und zu sicher ganz gut, auf Dauer aber auch nicht unbedingt Stimmungsfördernd. Und siehe da, wer hätte es gedacht! Die Mischung macht's! Bekannte Songs, die einen vielleicht auf die Tanzfläche treiben, Unbekanntes zum Entdecken. Diese Mischung verhindert Langeweile bei Stammgästen, vertreibt keine neuen Besucher und lockt vielleicht sogar noch neues Publikum. Vor allem ist es, meiner Meinung nach, auch das, was der Position des/der DJ/ane Sinn verleiht und am DJ/ane-sein den meisten Spaß macht.
Montag, 31. Dezember 2007
Zum Abschluss des Jahres..
..eine kleine Playlist. Und zwar eine Zusammenstellung diverser Bands aus dem Bereich Punk/Hardcore - von oldschool bis modern ist alles dabei. Der ältestes Song dürfte "Your pretty face is going to hell" von Iggy Pop & The Stooges sein, der auf dem Album "Raw Power" im Jahre 1973 erschien. Die Veröffentlichung des neuesten Stücks - nämlich "Abandon Ship" von der britischen Band Gallows - ist noch gar nicht so lange her: "Orchestra of Wolves" gibts es seit 2007 als Tonträger.
Joy Division und The Cure sind ebenfalls mit von der Partie, wenngleich sie auch nur indirekt, durch ausgeprochen gute Coverversionen der Swing Kids (Warsaw; An Ideal For Living EP 1978) und Converge (Disintegration; Disintegration 1989), vertreten sind. Einen guten Rutsch ins neue Jahr!
01. Blacklisted - 3800 (We're unstoppable)
02. Have Heart - The Unbreakable
03. Some Girls - Dead in a Web
04. Fugazi - Waiting Room
05. Betrayed - Understand
06. Iggy & The Stooges - Your pretty face is going to hell
07. Coliseum - The Fate of Men
08. Rites Of Spring - For Want Of
09. Black Friday '29 - Kill this dream
10. Ritual - Actress, little actress
11. The Locust - Teenage Mustache
12. Modern Life Is War - Fuck the Sex Pistols
13. Swing Kids - Warsaw
14. 7 Seconds - We're gonna fight
15. Just Went Black - Some little tragedy
16. The Undertones - Teenage Kicks
17. Gallows - Abandon Ship
18. Black Flag - Gimme Gimme Gimme
19. Endstand - Run like hell
20. Tragedy - Conflicting Ideas
21. Hüsker Dü - Something I learned today
22. Moss Icon - Mirror
23. Bane - Can we start again
24. Dead Kennedys - California Über Alles
25. The Hope Conspiracy - Suicide Design
26. Indian Summer - Angry Son
27. Unbroken - d4
28. Converge - Disintegration
Joy Division und The Cure sind ebenfalls mit von der Partie, wenngleich sie auch nur indirekt, durch ausgeprochen gute Coverversionen der Swing Kids (Warsaw; An Ideal For Living EP 1978) und Converge (Disintegration; Disintegration 1989), vertreten sind. Einen guten Rutsch ins neue Jahr!
01. Blacklisted - 3800 (We're unstoppable)
02. Have Heart - The Unbreakable
03. Some Girls - Dead in a Web
04. Fugazi - Waiting Room
05. Betrayed - Understand
06. Iggy & The Stooges - Your pretty face is going to hell
07. Coliseum - The Fate of Men
08. Rites Of Spring - For Want Of
09. Black Friday '29 - Kill this dream
10. Ritual - Actress, little actress
11. The Locust - Teenage Mustache
12. Modern Life Is War - Fuck the Sex Pistols
13. Swing Kids - Warsaw
14. 7 Seconds - We're gonna fight
15. Just Went Black - Some little tragedy
16. The Undertones - Teenage Kicks
17. Gallows - Abandon Ship
18. Black Flag - Gimme Gimme Gimme
19. Endstand - Run like hell
20. Tragedy - Conflicting Ideas
21. Hüsker Dü - Something I learned today
22. Moss Icon - Mirror
23. Bane - Can we start again
24. Dead Kennedys - California Über Alles
25. The Hope Conspiracy - Suicide Design
26. Indian Summer - Angry Son
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